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#ALARM - Altersarmut im Saarland

Gemeinsam gegen Altersarmut

„Unseren Alten geht es so gut wie noch nie", hört man oft.

Für einen Teil trifft dies sicher auch zu. Doch längst nicht alle haben das Glück, nach jahrelanger harter Arbeit in Beruf und Familie im Alter den verdienten Lebensabend ohne Sorgen verbringen zu können. Im Gegenteil: Im Saarland immer mehr ältere Menschen arm oder von Armut bedroht.

Dies belegen auch Zahlen:Fast jeder fĂĽnfte Rentner im Saarland hat ein Armutsrisiko (2013: 18,2 % gegenĂĽber 11,8 % im Jahr 2005).

Fast 80 % der Frauen und ein Drittel der Männer, die 2013 verrentet wurden, haben weniger als 750 € Rente. Zwei Drittel der Frauen müssen sogar mit einer Rente unter 500 € auskommen. 3,5 % der Rentner im Saarland beziehen Grundsicherung im Alter (2008: 2,8 %); die Zahl der Bedürftigen ist weitaus größer, denn viele beantragen diese Hilfe gar nicht erst. Die Zahl der Privatinsolvenzen bei über 61-Jährigen ist im letzten Jahr um 20,8 % gestiegen.

Die Ursachen für Altersarmut sind vielfältig: Erwerbsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit spielen dabei genauso eine Rolle wie prekäre Beschäftigung. Bei den Frauen kommen längere Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit oder Teilzeitarbeit wegen Kindererziehung oder Angehörigenpflege als wichtige Gründe dazu. Im Saarland arbeiten fast 48.000 Vollzeitbeschäftigte zu Niedriglöhnen, d. h. sie verdienen weniger als zwei Drittel des mittleren westdeutschen Einkommens. Über die Hälfte davon sind Frauen. Das bedeutet geringe Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung und keine Möglichkeit der privaten Vorsorge.

(Quelle: Arbeitskammer des Saarlandes)


Gut zu wissen:
Wie Sie den Renten-Info richtig lesen und was Sie wissen mĂĽssen: Hier klicken!

 

Die AWO schlägt Alarm

Alles deutet darauf hin, dass sich das Problem der Altersarmut in den nächsten Jahren drastisch verschärfen wird.

Die Rentenpolitik der letzten Jahrzehnte hat dafür die Weichen gestellt: Bis 2030 wird die Rente statt 70 % nur noch 55 % des Nettoeinkommens bzw. 43 % des Bruttoeinkommens betragen. Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit führen zu weiteren erheblichen Abschlägen bei der Rente. Dabei wird die gesetzliche Rentenversicherung für die allermeisten Seniorenhaushalte auch in Zukunft immer noch die wichtigste Einnahmequelle bleiben. Denn nur wenige können sich eine private zusätzliche Altersvorsorge überhaupt leisten. Schon heute ist sicher: Das Thema Altersarmut wird immer mehr Menschen betreffen, vor allem auch die jüngere Generation. Es gefährdet den sozialen Frieden und gehört deshalb dringend auf die politische Agenda!

(Quelle: Arbeitskammer des Saarlandes)

 

Forderungen der AWO Saarland

„Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politischen Einfluss nimmt. Dieses Ziel verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen."
(Auszug aus den AWO-Leitsätzen)

FĂĽr eine generationengerechte Altersvorsorge - gegen wachsende Altersarmut

  • Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung
  • RĂĽckkehr zur paritätischen und solidarischen Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer; ergänzende Wertschöpfungsabgabe (Beiträge auf Kapitaleinkommen von Unternehmen)
  • Erhöhung der Hinterbliebenenrente von 60 bzw. 55 % auf 80 %, Einbau einer Mindestsicherung.
  • Langjähriges Einzahlen muss sich auszahlen! Längere Dauer des ALG I-Bezugs
  • Anerkennung und Gleichbewertung aller Zeiträume von Kindererziehung und Pflege bei der Rente
  • Erhöhung des Rentenniveaus auf mindestens 50 % statt weiterer Absenkung bis 43 %. Rentenfreibetrag bei der Grundsicherung im Alter.
  • Ausdehnung der gesetzlichen Rentenversicherung auf alle Erwerbstätigen, also auch auf Beamte, Selbstständige, Politiker usw.
  • Dringende Verbesserung der Erwerbsminderungsrenten
  • Keine Zuzahlungspflicht fĂĽr notwendige Medikamente und Hilfsmittel (z.B. Diabetes-Messstäbe, Brillengläser etc.)
  • Sozialversicherungspflichtige Arbeit als Regelfall. ZurĂĽckdrängen aller Formen prekärer Beschäftigung. Mindestlohn durchsetzen und zeitnah erhöhen!

Der Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Saarland e.V. hat sich einstimmig gegen prekäre Beschäftigung ausgesprochen.
Die AWO Saarland zahlt ihre Beschäftigten nach Tarif und hält umfangreiche Sozialleistungen wie betriebliche Altersvorsorge und einen Beihilfefonds vor.
Die AWO Saarland macht sich auf Bundesebene fĂĽr eine armutsfeste und generationengerechte Alterssicherung stark.

 

 

Downloads zur Kampagne ALARM - Gemeinsam Handeln gegen Altersarmut!

 

Download Plakat ALARM

Download Unterschriftenliste ALARM

Download BroschĂĽre ALARM


 

Hier erhalten Sie Beratung Hilfe

AWO-Sozialberatung
(Grundsicherung im Alter, Wohngeld
und andere Hilfen)
Oliver-Marc Bungert
Leiter Offene Soziale Arbeit
Tel.: 0681 58605154

AWO-Schuldnerberatung

Zentrum fĂĽr Beratung Saarlouis
Tel.: 06831 94690

AWO zu Hause

(Hilfe zur Pflege)
Ambulante Pflege, Hauswirtschaft und
andere Leistungen fĂĽr Senioren
Tel.: 0681 709510

Verbraucherzentrale des Saarlandes

(Fragen zur privaten Altersvorsorge)
Tel.: 0681 500890

Deutsche Rentenversicherung

(alle Fragen rund um die Rente)
Tel.: 0681 30930