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StrickALARM gegen Altersarmut im Saarland

Aktion StrickALARM

StrickALARM gegen Altersarmut. Eine Kampagne der AWO Saarland.

Die zunehmende Verbreitung von Armut im Alter im Saarland ist ein Thema, mit dem sich die AWO Saarland schon seit 2012 beschÀftigt.

Innerhalb von zehn Jahren, von 2005 bis 2015, ist die Armutsrisikoquote von 11 auf fast 16 Prozent gestiegen. Schuld sind einerseits die Einschnitte bei der gesetzlichen Rente, andererseits die Zunahme prekÀrer BeschÀftigung und gebrochener Erwerbsbiographien. Die AWO Saarland macht auf diese Entwicklungen aufmerksam und verlangt entsprechende Reaktionen in der Rentenpolitik.

Um auf das Thema Altersarmut hinzuweisen, sammelt die AWO Saarland bis Ende des Jahres selbst gestrickte Schals.

Ziel ist es, den grĂ¶ĂŸten Schal der Welt gegen soziale KĂ€lte zu produzieren und in SaarbrĂŒcken zu prĂ€sentieren. Sie können gerne mitstricken und zusammen mit vielen anderen Menschen ein Zeichen setzen. Ihr Beitrag: ein Abschnitt des Riesenschals, zwischen 22 und 25 Zentimeter breit und zwischen 1,50 und 1,80 Meter lang. Die Farbe bestimmen Sie selbst. Sie haben Zeit bis zum 24. November, dann sollte Ihr Schal bei uns eingetroffen sein. Einfach in eine TĂŒte oder einen Umschlag stecken und senden an: AWO Landesverband Saarland, Hohenzollernstaße 45, 66117 SaarbrĂŒcken.

Wir fĂŒgen alle Teile zu dem wahrscheinlich lĂ€ngsten Schal des Saarlandes zusammen. Diesen wollen wir am 9. Dezember in einer gemeinsamen Aktion in SaarbrĂŒcken von der Staatskanzlei ĂŒber das Schloss bis hin zum Landtag winden. Machen Sie mit und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Altersarmut und soziale KĂ€lte!

Entwicklung der Armutsgefaehrdungsquoten

(Quelle: Arbeitskammer des Saarlandes)

 

Termine


Freitag 24.11.2017 - Annahmeschluss der Schals in der LandesgeschÀftsstelle.

Samstag, 25.11.2017 - Die Schals werden zum lĂ€ngsten Schal des Saarlandes zusammengefĂŒgt.

Zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr treffen wir uns in der BegegnungsstĂ€tte der Arbeiterwohlfahrt, Hohenzollernstr. 43, 66117 SaarbrĂŒcken um wie in alten Zeiten gemĂŒtlich zusammen zu sitzen bei Kaffee, Tee und einem Snack und gemeinsam einen großen Schal zusammen zu fĂŒgen. Alle die Lust und Zeit haben sind herzlich eingeladen.

Samstag, 09.12.2017 - ist dann der große Tag

Mit der UnterstĂŒtzung aus Ihrem Ortsverein oder Kreisverband reihen wir uns von der Staatskanzlei bis zum Landtag auf und rollen den lĂ€ngsten Schal des Saarlandes gegen soziale KĂ€lte aus.
Ab 9.00 Uhr treffen wir uns wieder in der BegegnungsstĂ€tte fĂŒr die Einteilung der Gruppen.
Um 11.00 Uhr nehmen wir an der Strecke Aufstellung und der Schal wird ausgerollt.
Damit wir nicht frieren, versorgen uns das SOS-Mobil und die Helfer und Helferinnen des Landesjugendwerks mit heißen GetrĂ€nken.
NatĂŒrlich wird unser Einsatz in Bild und Ton festgehalten. Auch fĂŒr diese lange Strecke ist jede helfende und haltende Hand herzlich willkommen. Anschließend geht es zum AufwĂ€rmen und zum Verkauf oder zur Versteigerung der Schals wieder in die BegegnungsstĂ€tte.
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme bei Monika Koch an.

Freitag 15.12.2017 bis Sonntag 17.12.2017 Weihnachtsmarkt in Neunkirchen am 3. Advent

Wer an dem Samstag zuvor keine Zeit hatte, kann uns auf dem Weihnachtsmarkt in Neunkirchen (Festplatz unterer Markt, hinter der Christuskirche) unterstĂŒtzen.
Dort werden wir die restlichen Schals verkaufen.
Wer ist bereit eine Schicht (2 Personen Ă  2 Stunden) zu ĂŒbernehmen?
Wir haben eine HĂŒtte angemietet in direkter Nachbarschaft zur HĂŒtte der Seniorenzentren der AWO im Landkreis Neunkirchen, die RostwĂŒrstchen und warme und kalte GetrĂ€nke anbieten.
Die Standdienste sind voraussichtlich Freitags von 14.30 Uhr bis 22.30 Uhr, Samstags von 12.30 Uhr bis 22.30 Uhr und Sonntag von 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr.
Bei Interesse an einem Standdienst melden Sie sich bitte bei Monika Koch.

Kontaktdaten Monika Koch:
Telefon 0681/58605-132
Email

 

Die Forderungen


Die AWO fordert:

  • einen Kurswechsel hin zur RĂŒckkehr einer leistungsfĂ€higen und sicheren gesetzlichen Rente. Die gesetzliche Rentenversicherung sollte alle ErwerbstĂ€tigen einbeziehen. Nur so kann das Solidarprinzip funktionieren.
  • Wer langjĂ€hrig arbeitet, soll davon auch leben können - und zwar besser, als jemand, der dies nicht getan hat. Dazu gehört fĂŒr uns auch die bessere Anerkennung von Zeiten der Kindererziehung und der Pflege Angehöriger. Auch das ist Arbeit - und zwar ganz ohne Feierabend und Wochenende.

Es gab in den vergangenen Jahren kleinere Korrekturen in der Rentenpolitik, am allgemeinen Trend nd an der grundsÀtzlichen Problematik hat sich nichts geÀndert.

 

Altersrenten der Rentenneuzugaenge 2015 im Saarland

(Quelle: Arbeitskammer des Saarlandes)

 

Altersarmut vor Ort


Die AWO Saarland hat Daten zur Altersarmut in den Kommunen zusammengestellt und festgestellt, dass es zwar einen gemeinsamen saarlÀndischen Trend gibt, die Kommunen aber doch auch Unterschiede aufweisen. Die allgemeine Ausgangslage ist leider eine negative:

Der Strukturwandel und damit ein-hergehende Arbeitslosigkeit, die Zunahme prekĂ€rer BeschĂ€ftigung und die weiterhin niedrige Frauenerwerbsbeteiligung betreffen uns alle. Um aber auch einige Unterschiede deutlich zu machen: WĂ€hrend 2015 im Regionalverband 5,6 Prozent der alten Menschen Grundsicherung bezogen, lag die Quote im Saar-pfalzkreis „nur“ bei 2,5 Prozent. Die Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel sind zum Beispiel durch eine extrem hohe Wohneigentumsquote von 75 Prozent geprĂ€gt. In Neunkirchen ist mit dem deutlichsten BevölkerungsrĂŒckgang von ĂŒber 10 Prozent bis 2030 zu rechnen. In Saarlouis ist der Abstand zwischen Frauen und MĂ€nnern beim Bezug von Grundsicherung relativ gering. Lösungen mĂŒssen dringend gefunden werden, dies zeigt auch der massive Anstieg der Ausgaben fĂŒr die Hilfe zur Pflege.

Altersarmut ist nicht ausschließlich ein bundespolitisches Thema. Die Auswirkungen der Armut schlagen ganz konkret vor Ort auf. Die saarlĂ€ndischen Kommunen mĂŒssen sich zunehmend gegen Altersarmut wappnen. Armut ist mehr als nur der Mangel an Geld. Armut geht meist mit dem Ausschluss aus dem sozialen Leben einher, mit Krankheit, mangelndem Zugang zu Kultur, Bildung und zahlreichen Folgen. Es gibt also kommunalpolitische SpielrĂ€ume, um Altersarmut zu bekĂ€mpfen. Die AWO Saarland möchte als Mitgliederverband mit den Kommunen in Dialog treten, um genau zu beleuchten, wie die Situation vor Ort ist und wie man Altersarmut auch kommunalpolitisch entgegentreten kann.

Ziele der kommunalpolitischen AktivitÀten sind:

  • eine regelmĂ€ĂŸige regionale oder lokale Sozialberichterstattung, wie sie in Nordrhein-Westfalen in zahlreichen Kommunen erfolgreich praktiziert wird
  • Strategien und Ziele mit prĂ€ventiven und akuten Maßnahmen gegen Altersarmut, um Betroffenen unmittelbar zu helfen (z. B. mobile Beratungsangebote, Kleiderkammern, Tafeln, Begleitservice, ErmĂ€ĂŸigungen im Öffentlichen Personennahverkehr und im Kulturangebot, Finanzierungsangebote mit der lokalen Wirtschaft fĂŒr Barrierefreiheit, Ambient Assisted Living)

 

StrickALARM gegen Altersarmut Motiv

 

 

Hilfe fĂŒr Betroffene

FĂŒr von Armut bedrohte oder betroffene Menschen gibt es zur UnterstĂŒtzung staatliche Leistungen. Welche Hilfen fĂŒr Sie möglich sind, erfahren Sie bei den Landkreisen bzw. im Regionalverband SaarbrĂŒcken.

Informationen zum Sozialen Dienstleistungszentrum am Schloss, Regionalverband SaarbrĂŒcken

Informationen zum Kreissozialamt des Landkreises Neunkirchen

Informationen zum Kreissozialamt des Landkreises Saarlouis

Informationen zum Kreissozialamt des Landkreises Saarpfalz-Kreis

Informationen zum Amt fĂŒr soziale Angelegenheiten des Landkreises Merzig-Wadern

Informationen zum Kreissozialamt des Landkreises Sankt Wendel

 

Als Anspruchsberechtigte*r sollten Sie Ihre AnsprĂŒche auf Wohngeld oder Grundsicherung im Alter prĂŒfen lassen. UnterstĂŒtzungen im Rahmen des Sozialgesetzbuches und hinreichende Informationen sind Ihr gutes Recht. IrrtĂŒmer, wie z. B. das Einbringen eines angemessenen HausgrundstĂŒckes in die Berechnungen, können so frĂŒhzeitig vermieden werden. Auch auf Kinder wird grundsĂ€tzlich kein RĂŒckgriff genommen.

Hier finden Sie Informationen zum Wohngeld (Saarland.de)

Hier finden Sie Informationen zur Grundsicherung im Alter (Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales)

Hier erhalten Sie Informationen der Deutschen Rentenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung Saarland erreichen Sie wie folgt:


Deutsche Rentenversicherung Saarland
Kostenloses Servicetelefon 0800 1000 480 17
Martin-Luther-Straße 2 - 4
66111 SaarbrĂŒcken
Telefon 0681 3093-0
Telefax 0681 3093-199

 

Hier erhalten Sie Beratung und Hilfe


AWO-Sozialberatung

(Grundsicherung im Alter, Wohngeld
und andere Hilfen)
Oliver-Marc Bungert
Leiter Offene Soziale Arbeit
Tel.: 0681 58605154

AWO-Schuldnerberatung

Zentrum fĂŒr Beratung Saarlouis
Tel.: 06831 94690

AWO zu Hause

(Hilfe zur Pflege)
Ambulante Pflege, Hauswirtschaft und
andere Leistungen fĂŒr Senioren
Tel.: 0681 709510

Verbraucherzentrale des Saarlandes

(Fragen zur Altersvorsorge)
Tel.: 0681 500890

Deutsche Rentenversicherung

(alle Fragen rund um Rente und Grundsicherung)
Tel.: 0681 30930