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21.01.10 13:53 Alter: 231 days

„Wir wollen die Herzen der Menschen erreichen“

Von: (mpr).

AWO präsentiert Ausstellung „Kunst trotz(t)“ Armut vom 26. Januar bis zum 25. Februar in Saarbrücken – Umfangreiches Begleitprogramm

Saarbrücken. „Kunst trotz(t) Armut“ heißt eine weit gereiste Wanderausstellung der Evangelischen Obdachlosenhilfe, die ab Dienstag, 26. Januar bis zum 25. Februar unter der Regie der AWO Saar gleich an drei Orten in Saarbrücken gezeigt wird: in der Sparkasse am Neumarkt, in der Ludwigskirche und im Rathaus St. Johann. Die rund 100 Exponate wurden von vielen Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung gestellt, darunter so bekannte Namen wie Jörg Immendorf und Katharina Fritsch. Auch von Armut Betroffene sind vertreten.

Was alle Kunstwerke vereint: Sie zeugen von der Solidarität mit benachteiligten Menschen und appellieren an die Betrachter, sich für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen. „Wir wollen die Herzen der Menschen erreichen“, hieß es bei einer Pressekonferenz der AWO, in der die Ausstellung vorgestellt wurde. Begleitend dazu bieten die AWO und das Diakonische Werk an der Saar ein umfangreiches Programm an Veranstaltungen zum Thema Armut, Obdachlosigkeit und soziale Ausgrenzung an.

„Wachrütteln und zum Hinschauen animieren“ möchte der Veranstalter AWO und das Diakonische Werk als Unterstützer. Das Voranschreiten der Armut sei eine Entwicklung auf die man immer wieder hinweisen müsse, sagte AWO-Landesvorsitzender Paul Quirin. „Die Armut nimmt zu, der Reichtum auch. Das führt dazu, dass die Armut immer wieder übertüncht und nicht wahrgenommen wird.“ Die Ausstellung solle ein Hinweis darauf sein, dass „etwas nicht in Ordnung ist in unserer Bundesrepublik“, und die Menschen sensibilisieren gegen die sich ständig weiterentwickelnde Not.

Das Besondere an „Kunst trotz(t) Armut“ ist, dass darin Werke von renommierten Künstlern mit Werken unbekannter Künstler, die selbst in Obdachlosigkeit gelebt haben, aufeinander treffen. Eine andere Besonderheit ist, dass die Ausstellung in ein Rahmenprogramm aus Musik, Theater, Film und Diskussionen eingebettet ist.

Der Besuch der Ausstellung einschließlich der Teilnahme an den Führungen und an den Begleitveranstaltungen ist bis auf einen Filmabend kostenlos.

Das Gros der Werke ist in den Räumen der Sparkasse Saarbrücken am Neumarkt ausgestellt, einige Skulpturen sind in der Ludwigskirche zu sehen, ein anderer Teil der Werke im Hauberisser Saal im Rathaus. Highlights im Rahmenprogramm sind Veranstaltungen wie „Humor trotz(t) Armut“, eine Variation des Stage-Theaters über Figaros Hochzeit, „Gesang trotz(t) Armut“ – Gesang gegen die soziale Kälte mit Saarländischen Chören, die „Saarbrücker Winterreise“ in der sich Schuberts Lieder mit Texten Saarbrücker Obdachloser abwechseln, „Dialog trotz(t) Armut“, ein gemeinsames Frühstück mit Diskussion mit Politikern in der AWO-Notschlafstelle, eine Vorführung des Films „Slumdog“ und „Naturerleben trotz(t) Armut“, ein Wald-Kunst-Nachmittag für Kinder.

Die Ausstellung „Kunst trotz(t) Armut“ ist vor zwei Jahren aus einem Buchprojekt zu Obdachlosigkeit entstanden. Sie wurde bereits von rund 50 000 Menschen in 18 deutschen Städten gesehen. In Saarbrücken bildet sie die Auftaktveranstaltung für die Aktionen des AWO-Landesverbandes im europäischen Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung.

 

Hier finden Sie das detaillierte Programm

Hier finden ie den Flyer zum Download


 
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Donnerstag, 09. September 2010