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Pflegebedürftig - was jetzt? Gut zu wissen!

Pflegebedürftig - und Jetzt ? Gut zu wissen

Über 2,5 Millionen in Menschen in Deutschland sind Leistungsempfänger der Sozialen Pflegeversicherung und damit pflegebedürftig. Die Zahl an und für sich sagt dabei recht wenig über die Frage aus, was Pflegebedürftigkeit eigentlich bedeutet.

In vielen Fällen sind Angehörige die ersten Ansprechpartner für pflegebedürftige Personen auf der Suche nach Antworten zur Gesetzlichen Pflegeversicherung.

Und in den meisten Fällen eilt es, da Krankheiten oder Unfälle die Auslöser einer Pflegebedürftigkeit sind und schnelle Hilfe gesucht wird.

Welcher Pflegegrad für eine pflegebedürftige Person gilt, richtet sich immer nach dem individuellen Hilfebedarf der einzelnen Person.

Heute: „Pflegebedürftigkeit" und „Pflegegrad":

1. Was heißt „Pflegebedürftig"?
Was Pflegebedürftigkeit bedeutet, ist im Zweiten Kapitel des Elften Buches des Sozialgesetzbuches unter §14 definiert und festgelegt. Darin heißt es: „Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen."

2. Was sind „Pflegegrade"?
Der Pflegebedarf wird seit Januar 2017 in fünf Pflegegrade unterteilt

Die fünf Pflegegrade:

  • Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

3.Was prüft der MDK?Leistungen nach Pflegegraden
Eine Gutachterin bzw. ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK) prüft in sechs verschiedenen Aktivitätsbereichen, sogenannten Modulen, wie selbstständig eine Person ist, welche Dinge selbstständig erledigt werden können und wobei ein Unterstützungsbedarf besteht (wo eine pflegebedürftige Person auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen ist).

Für jeden dieser sechs Bereiche werden Punkte vergeben und die errechnete Gesamtpunktzahl bildet den Pflegegrad ab.

Durch die Erweiterung der früheren drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade ist der Pflegebedarf im Einzelnen genauer einschätzbar.

Die sechs Aktivitätsbereiche im Überblick:

  • Mobilität: Treppensteigen oder innerhalb eines Wohnbereiches fortbewegen;
  • Kognitive oder kommunikative Fähigkeiten: zeitliche oder örtliche Orientierung oder Menschen im Gespräch verstehen können;
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Wahnvorstellungen, Angstzustände, nächtliche Unruhe, Abwehr von pflegerischen Maßnahmen;
  • Selbstversorgung: Essen, Trinken, Körperpflege (sich selbstständig waschen und anziehen);
  • Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: die Fähigkeit besitzen, Medikamente selbstständig einzunehmen und den Arzt zu besuchen;
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte: selbstständige Gestaltung des Tagesablaufs oder Ruhen und Schlafen.

4. Das Wichtigste zum Schluss: die Beantragung und Begutachtung der Pflegestufe

Der Antrag auf Leistungen der Pflegekasse reicht die/der Pflegebedürftige oder eine bevollmächtigte Person bei der jeweiligen Pflegeversicherung der/des Pflegebedürftigen ein (Krankenkasse). Antragsteller ist immer der zu Pflegende.
Der Antrag kann auch mündlich gestellt werden, es empfiehlt sich jedoch ein schriftlicher Antrag.
Es empfiehlt sich außerdem eine unverbindliche Beratung durch das Team von AWOzuHause! in Anspruch zu nehmen.

Spätestens fünf Wochen nach Eingang des Antrags bei der zuständigen Pflegekasse muss dem Betroffenen die Einstufung mitgeteilt werden. Innerhalb dieser Zeit muss ein Gutachter des Medizinischen Dienstes den Versicherten in seinem Wohnbereich untersucht haben.

Die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit durch eine fremde Person ist für eine hilfesuchende und pflegebedürftige Person keine einfache Situation. Oft ist es hilfreich, wenn die pflegende Person (z. B. Angehörige) anwesend sind. Dies erleichtert der Gutachterin/dem Gutachter auch, Fragen zur Hilfeleistung vor Ort zu klären.
Nützliche Unterlagen für die Begutachtung sind z. B. Unterlagen des Hausarztes, Entlassungsbriefe aus Krankenhäusern und Pflegetagebücher. Mit dem Pflegetagebuch lässt sich der vorliegende Pflegegrad gut dokumentieren
Die Leistungen aus der Pflegeversicherung sind Versicherungsleistungen und daher unabhängig vom Einkommen und vom Vermögen des Pflegebedürftigen.

 

Pflegegrad praktisch erklärt

 

 

Mehr Informationen und Antworten auf offene Fragen erhalten Sie bei


AWO ZuHause!
Sulzbachstr. 39-41
66111 Saarbrücken
Tel. 0681 / 85 78 40

Informationen zur Pflegereform 2017 als pdf-Datei zum Download

 

Hier finden Sie unsere Broschüre mit Informationen zur Pflegereform als PDF-Datei (505 kb) zum Download: