Startseite

AWO Saarland News

Mittwoch, 10. April 2019

Einblick in eine verantwortungsvolle Aufgabe

AWO-Direktorin Sabine Zapp mit Karoline Hilt, Ute Hans und Birgit Ludwig.

Zum 25-jähringen Bestehen gab es ein Dankeschön Fest für die beiden AWO-Betreuungsvereine in den Kreisen Saarlouis und Merzig-Wadern.
Seit 25 Jahren gibt es die Betreuungsvereine der Arbeiterwohlfahrt in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern. Beim Dankeschön-Fest für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer im Gesellschaftsraum der Dillinger Stadthalle gab es einen Einblick in die verantwortungsvolle Aufgabe, der sich viele Menschen stellen.
Rund 220 ehrenamtliche Betreuer kümmern sich in den Kreisen Saarlouis und Merzig-Wadern um etwa 450 Menschen, die in verschiedenen Bereichen Unterstützung benötigen. Und viele der Ehrenamtlichen waren zum Fest in der Dillinger Stadthalle gekommen. Teilweise betreuen sie Familienangehörige, teilweise aber auch fremde Menschen. Drei Fachkräfte kümmern sich in den Betreuungsvereinen darum, dass diese Ehrenamtlichen geschult und begleitet werden und sie versuchen auch, neue Menschen für dieses Ehrenamt zu gewinnen.
Im Jahr 2015 wurde der Bereich der Pflege innerhalb der AWO Saarland komplett neu organisiert, berichtete Sabine Zapp, Direktorin des AWO Pflege- und Betreuungsservice. Ganz wichtig dabei sei das Konzept „AWO Stark vor Ort", das haupt- und ehrenamtliche Betreuung eng verzahnt. „Wir sind als AWO sehr stolz darauf, so viele Ehrenamtliche am Start zu haben", freute sich Zapp. Ein Ehrenamt sei heute schon lange nichts Selbstverständliches mehr, deshalb wolle man allen herzlich danken.
Ute Hans, Karoline Hilt und Birgit Ludwig, die leitenden Mitarbeiterinnen der beiden Betreuungsvereine, ließen die Gründungsjahre noch einmal Revue passieren. Das Betreuungsrecht, das im Jahre 1992 eingeführt wurde, sei ohne ehrenamtliches Engagement nicht finanzierbar. Und: „Sie ermöglichen durch Ihr Engagement, dass die Idee der Selbstbestimmung von Menschen mit Handicap umgesetzt und gelebt wird", so Ute Hans. „Jedes Mal, wenn Sie Ihr Ehrenamt ausüben, verändern Sie das Leben desjenigen, der, oder die von Ihnen betreut wird."
Christel Hoppe aus Saarlouis ist seit 22 Jahren ehrenamtliche Betreuerin. „Als ich aufs Rentenalter zuging, konnte ich mir nicht vorstellen, nichts zu tun", sagt sie. Über ein Zeitungsinserat sei sie damals zum Betreuungsverein gekommen. Teilweise hat sie in den vergangenen Jahren bis zu zehn Menschen gleichzeitig betreut und dadurch wirklich alle Facetten dieses Ehrenamtes kennengelernt, von der Vermögensverwaltung bis hin zu schweren medizinischen Entscheidungen, beispielsweise wenn über lebensverlängernde Maßnahmen mitzuentscheiden war.
Und sie begleitet ihre Schützlinge oft viele Jahre lang. Mit einer älteren Dame sei sie beispielweise in den Neunzigern einkaufen gegangen und habe sie zum Arzt begleitet. Nachdem diese dann einen Schlaganfall erlitt und sich nicht mehr allein zu Hause versorgen konnte, hat Christel Hoppe sich um einen Heimplatz für ihren Schützling gekümmert, sich um den Verkauf des Hauses bemüht und ihr Vermögen angelegt.
Auch heute noch schaut die inzwischen 80jährige Christel Hoppe zweimal in der Woche bei der inzwischen bettlägerigen Frau nach dem Rechten. „Ich sehe mich auch in der Pflicht, Kontakt mit den Schwestern zu halten, um sicher zu gehen, dass sie gut versorgt ist." „Man muss als Betreuer Freude daran haben Menschen zu helfen. Dann kommt auch viel Freude zurück", sagt Christel Hoppe.

Kontakt:

AWO-Betreuungsverein Merzig-Wadern, Karoline Hilt, Schankstr. 22, 66663 Merzig, Tel.:06861-934818

AWO-Betreuungsverein Saarlouis, Ute Hans, Birgit Ludwig, Prälat-Subtil-Ring 3a, 66740 Saarlouis, Tel.: 06831-946912