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AWO Saarland News

Mittwoch, 31. Juli 2019

Spaß mit Sinn: Senioren testen therapeutische Videospiele

Dass das Spielen mit der memoreBox Spaß macht, war gleich zu sehen.

Bei der Pressekonferenz (v.r.n.l.): AWO-APS-Direktor Torsten Schmittberger, Projektleiter Jens Brandis, Barmer-Geschäftsführerin Dunja Klein, Guido Fries vom Sozialministerium und Barmer-Pressesprecher Boris Wolff.

Therapeutische Videospiele für Ältere werden derzeit in zwei Seniorenzentren der AWO im Saarland getestet. Das Johanna-Kirchner-Haus in Saarbrücken und das Seniorenzentrum in Furpach gehören zu dem wissenschaftlich begleiteten Projekt der Krankenkasse Barmer, an den bundesweit 100 Altenheime teilnehmen.

Die Senioren können insgesamt sechs Spiele ausprobieren. Zur Auswahl stehen dabei unter anderem Tanzen, Postbote, Kegeln und Motorradfahren. Bewegungs- und Denkaufgaben werden über die Konsole eines Hamburger Entwicklerteams auf den Bildschirm übertragen. Ziel der breit angelegten Testphase ist nachweislich zu belegen, dass die Spiele die Motorik, Koordination und Konzentration der Älteren fördern. Ein Pilotprojekt war zuvor in Hamburg erfolgreich abgeschlossen worden.

Im Saarland hat das Sozialministerium die örtliche Schirmherrschaft über das Projekt mit dem etwas sperrigen Titel „Prävention durch therapeutisch-computerbasierte Gesundheitsprogramme mit der MemoreBox" übernommen. Dessen Vertreter Guido Fries erklärte bei der Vorstellung im Johanna-Kirchner-Haus, dass man das Projekt mit großem Interesse begleite, einmal wegen des präventiven Ansatzes, aber auch im Sinne der Digitalisierungsstrategie des Saarlandes.

Auch AWO-Landesgeschäftsführerin Ines Reimann-Matheis begrüßte das Projekt: „Es ist immer gut, mehr Spaß und Freude in unsere Seniorenzentren zu bringen. Und wenn sich das mit einem therapeutischen Ansatz verbindet ist das eigentlich ideal". „Memore weckt und fördert die Potentiale der Älteren", sagte Projektmanager Jens Brandis. Begonnen habe man 2013 mit der Ur-Idee, dementieller Entwicklung etwas entgegenzustellen, was zumindest zur Verlangsamung im Eintreten der Erkrankung führt.

Die Auswirkungen der therapeutischen Spiele auf das Wohlbefinden der Bewohner werden von der Berliner Universitätsklinik Charité, der Humboldt-Universität und der Berliner Alice Salomon-Hochschule wissenschaftlich begleitet. Dass memore Spaß macht, war zum Abschluss der offiziellen Vorstellung gleich anschaulich zu sehen,