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AWO Saarland News

Sonntag, 11. August 2019

„Ab heute ist mein zweiter Vorname Marie“

Tolles Ensemble: Die Darsteller holten sich ihrem hochverdienten Applaus ab.

Begeisterte Premierenbesucher (v.l.n.r.): Ministerpräsident Tobias Hans mit Ehefrau Tanja, weiter in der 1. Reihe Anke Rehlinger, Monika Bachmann, AWO-Präsident Wilhelm Schmidt und Landesvorsitzender Marcel Dubois.

Die Hauptdarstellerinnen: Nina Sepeur (l.) und Hannah Neumann als Marie und deren Schwester Elisabeth.

Andrang vor der Neuen Gebläsehalle in Neunkirchen: Die Premiere war ausverkauft.

Umjubelte Premiere des Musicals „Meine Herren und Damen: Marie" in der ausverkauften Gebläsehalle in Neunkirchen. Nahezu eine Viertelstunde hielt der begeisterte Schlussapplaus an, den die Besucher - allesamt von ihren Sitzen aufgestanden - den 100 Akteuren des Musical Projekts Neunkirchen spendeten. Wieder und wieder setzte rhythmisches Klatschen ein, besonders dann, wenn die Hauptdarstellerinnen Marie (Nina Sepeur) und ihre Schwester Elisabeth (Hannah Neumann) die Riege der Darsteller nach vorne führten.

Zu Recht: Die von der AWO zum 100-jährigen Jubiläum beauftragte Produktion entpuppte sich als das, was ihre Macher sich zwar erhofft, aber wegen des sozial-politischen historischen Stoffs nicht unbedingt erwartet hatten - als glanzvolles Bühnenspiel, das Themen wie Gleichberechtigung von Mann und Frau, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und Kinderarbeit schauspielerisch wie musikalisch sehr wirkungsvoll rüberbrachte. Vieles von dem, was aus dem Leben der AWO-Gründerin Marie Juchachz szenisch erzählt wurde, ist auch heute noch aktuell.

„Ab heute ist mein zweiter Vorname Marie - Anke „Marie" Rehlinger", sagte eine total begeisterte Wirtschaftsministerin und SPD-Landesvorsitzende und präsentierte stolz das T-Shirt zum Musical, das sie eben am Merchandising-Stand erworben hatte. Die Aufführung habe sie emotional sehr angesprochen und sei nochmal Motivation, politisch auch im Sinne von Marie Juchacz weiterzukämpfen: „Wir sollten alle ein bisschen Marie sein".

„Erneut Gänsehaut pur", bekannte AWO-Landesvorsitzender Marcel Dubois, der auch schon bei der Generalprobe dabei war. „Ein großes Lob allen Beteiligten. Das ist ein Riesen-Geburtstagsgeschenk für uns", freute sich Dubois, der später auch noch gerne verriet, dass der Saarbrücker Kreisvorsitzende Horst Schmeer mit als Ideengeber fungierte.

Tiefen Eindruck hat die Aufführung auch bei Wilhelm Schmidt hinterlassen. Der Präsident des AWO-Bundesverbandes war extra für die Premiere von Salzgitter ins Saarland gekommen. „Ich habe in diesem Jubiläumsjahr schon viele Projekte und Veranstaltungen besucht, aber das hier war der Höhepunkt. Hier habe ich meine gesamte AWO wie in einem Brennglas gesehen", erklärte Schmidt und machte allen Mitwirkenden ein Riesenkompliment: „Sie haben es meisterhaft verstanden, authentische Geschichte unterhaltsam zu vermitteln".

„Ist nach 100 Jahren alles erreicht, wofür Marie Juchacz eintrat? Da haben wir wohl noch Nachholbedarf", meinte Ministerpräsident Tobias Hans nachdenklich. Er kennt Neunkirchen und das Musical Projekt gut, da stand für ihn die hohe Qualität außer Frage. „ich habe nichts anderes erwartet. Aber besonders beeindruckt hat mich, wie gut es gelungen ist, ein ernstes Thema mit Charme und Witz zu erzählen".

Auch Sozialministerin Monika Bachmann ist voller Lob: „Es ist schon großartig, wie hier ein schwieriges Thema so gekonnt und sympathisch in Bühnenkunst übersetzt wurde". Und: „Die Gleichberechtigung, für die sich Marie Juchacz eingesetzt hat, ist zwar da, aber es gibt auch noch einiges zu tun". Für SR-Intendant Thomas Kleist, dessen Haus Projektpartner ist, wurde unter anderem „sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, dass Kinderarbeit weltweit immer noch ein Thema ist". Termine und Tickets

Weitere Vorstellungen gibt es am 11. (nur noch wenige Einzelplätze), 13. (ausverkauft), 14., 16., 17. und 18. August jeweils um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr.

Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen von Ticket-Regional, bei der Hotline (0651 / 979 07 77) und hier online