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AWO Saarland News

Freitag, 06. September 2019

„Kita´s AWO Saar – eine starke Organisation“

Erfahrungen mit einem ESF-geförderten Projekt der Personal- und Organisationsentwicklung.

Über drei Jahre erstreckte sich ein vom Europäischen Sozialfonds gefördertes Projekt für die 25 Kindertageseinrichtungen des Sozialpädagogischen Netzwerkes der Arbeiterwohlfahrt, in denen mehr als 1700 Kinder im Alter von acht Wochen bis 12 Jahren betreut werden. Ebenfalls drei Jahre lang hatten Einrichtungsleitungen und Mitarbeiter, die das einmal werden wollen, Zeit, sich mit ihrer Identität und ihren Aufgaben im Beruf unter veränderten Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen.
Vieles, was heute in den Aufgabenbereich einer Kita-Leitung fällt, war vor 15 bis 20 Jahren noch nicht zu erahnen. Aus den Regelkindergärten mit kurzen Öffnungszeiten sind heute moderne, anspruchsvolle vorschulische Erziehungs- und Bildungsstätten geworden, in denen die ersten Weichen für den weiteren Lebensweg der Kleinsten gestellt werden sollen.

All das verändert das klassische Berufsbild der Erzieher und damit auch der Kita-Leitung die diese kleine Vorschule zu managen hat: Dienstplanlogistik, Entwicklung und Führung für Teams von 20 und mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Gewährleistung der Fachlichkeit der pädagogischen Arbeit und Qualifikation der Mitarbeiter, konzeptionelle Profilierung, Gebäudemanagement, Elternarbeit, Beschwerdemanagement und vieles mehr zählen genauso zu ihren Aufgaben wie die Kooperation und Kommunikation innerhalb der gewachsenen Organisation, zwischen Hierarchieebenen und Abteilungen des „sozialen Dienstleistungskonzerns", von dem sie ein Teil ist. In der Fachwelt herrscht große Einigkeit darüber, dass die Schlüsselposition und Schlüsselperson Kita-Leitung einen maßgeblichen Einfluss auf die Qualität ihrer Einrichtung hat.
Genau diesen Aspekten widmete sich das Projekt „Kita's AWO Saar - eine starke Organisation" in sechs „Meilensteinen" über die Projektlaufzeit hinweg. Neben den amtierenden Leitungen konnten auch zwölf Nachwuchskräfte vom „Rückenwind"-Projekt des ESF profitieren. Und auch Bereichsleitungen, Fachberatung, Qualitätsbeauftragte und Geschäftsbereichsleitung nahmen am Projekt teil und brachten ihre je eigene Perspektive in die Themenstellungen ein.

Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergriffen die Chancen, die sich ihnen durch dieses Projekt boten, und nahmen mit großem Engagement an den Veranstaltungen in unterschiedlichsten Arbeitsformen teil. Mit Hilfe ihrer Expertise konnten präzise und detaillierte Funktionsbeschreibungen und Anforderungsprofile erstellt werden, sie nutzten die Möglichkeit zur individuellen Standortbestimmung und zur Erweiterung ihres Repertoires in den nachfolgen Qualifikationsbausteinen, sie formulierten Ihre vorrangigen Anliegen im Kamingespräch und sie repräsentierten das Projekt sachkundig auf der abschließenden Fachtagung.
Darüber hinaus ergaben sich im Projektverlauf und aus den Resultaten der ersten beiden Meilensteine, die der Bestandsaufnahme galten, Ansatzpunkte für strukturelle Veränderungen, die in entsprechend gegründeten Gremien und Arbeitsgruppen bearbeitet wurden. Zu diesen zählte die Schaffung einer „echten" Stellvertretung über eine reine Abwesenheitsvertretung hinaus, oder die Überarbeitung der geltenden QM-Formulare, aber auch die Zentralisierung des Gebäudemanagements und des Beitrags- und Mahnwesens zur Verwaltungs-Entlastung der Leitungen. Alle sind sich einig: ‚Das Projekt hat wichtige Anstöße gegeben und die Identität und den Zusammenhalt des Geschäftsbereichs Kindertagesstätten ganz enorm gestärkt.