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Dienstag, 07. Januar 2020

Historisches Museum Saar lädt zum Vortrag über Angela Braun ein

Angela Braun-Stratmann (vorne rechts) vor dem Hotel Beau Séjour in Gersau 1934.

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Die 20er Jahre" bietet das Historische Museum Saar neben Führungen, Filmen und Workshops auch eine Vortragsreihe mit renommierten Referenten an. Die Historikerin Professor Dr. Bärbel Kuhn von der Universität Siegen wird die Reihe am 15. Januar um 19 Uhr mit einem Vortrag über Angela Braun-Stratmann im Saarbrücker Schlosskeller (Schlossplatz) eröffnen. Der Eintritt ist frei. Um 18 Uhr findet vorab im Historischen Museum Saar eine kostenlose Führung durch die aktuelle Ausstellung „Die 20er Jahre" statt.

Angela Braun, geborene Stratmann, kam 1923 zusammen mit ihrem Ehemann Mathias (Max) Braun nach Saarbrücken. Dieser hatte dort die Stelle als Chefredakteur der sozialdemokratischen Volksstimme angenommen. Angela gab ihre Tätigkeit als Lehrerin auf und wurde Journalistin. Bald schon war sie verantwortlich für die Frauenbeilage der Volksstimme. Immer wieder machte sie auf Anliegen aufmerksam, die trotz Wahlrecht, das die Frauen in der Weimarer Republik erlangt hatten, unerfüllt geblieben waren und versuchte Frauen zu motivieren, sich politisch zu engagieren. 1924 war sie Mitbegründerin der saarländischen Arbeiterwohlfahrt und bis 1935 deren Vorsitzende. Angela Braun verkörperte in vielerlei Hinsicht die „Neue Frau" der 20er Jahre: Sie war berufstätig, politisch engagiert, modebewusst und nahm ausgiebig am kulturellen Leben der Stadt teil. Nach dem Anschluss der Saar an Hitlerdeutschland floh sie 1935 nach Frankreich, von dort 1940 nach London. 1946 kehrte sie nach Saarbrücken zurück, arbeitete in der Redaktion der Saarbrücker Zeitung, und gab von Oktober 1947 bis Februar 1949 die Zeitschrift „Charme" heraus. Politisch blieb sie in der Sozialdemokratischen Partei des Saarlandes aktiv. 1946 übernahm sie wieder den Vorsitz der Arbeiterwohlfahrt, den sie in der Folge bis 1953 innehatte. Sie war Mitglied des Landtages, der Verfassungskommission sowie des Verwaltungsrates der Universität des Saarlandes. Nach ihrer Versetzung in den Ruhestand zog sie 1958 nach Bois Colombes in der Nähe von Paris. Sie starb im Juni 1966.