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AWO Saarland News

Dienstag, 21. April 2020

Quartiersprojekt „Zu Hause in Molschd“ bewährt sich auch in der Corona-Krise

Die 83-jährige Ursula Riehl neben dem "Molscher Muli"

Kontakt durchs Bürofenster

Seit 2014 gibt es das AWO-Stadtteilprojekt „Zu Hause in Molschd". Im Mittelpunkt stehen die Bedarfe der älteren Stadtteilbewohner im oberen Malstatt. Wichtige Anlaufstelle ist das Quartiersbüro im Johanna-Kirchner-Haus. Gemeinsam mit den Stadtteilbewohnern hat Quartiersmanagerin Susanne Hohlfeld-Heinrich in den letzten Jahren viele Orte der Begegnung geschaffen, durch lebendige Angebote wie etwa Konzerte, Tanz- und Kreativangebote, dem interkulturellen Dialog, dem Gesprächskreis „Alt trifft Jung" oder der Englischgruppe. Alle haben großen Zulauf.

Das zahlt sich jetzt in der Corona-Krise aus, aufgrund derer alle Veranstaltungen, Gruppenangebote und Aktivitäten bis auf weiteres abgesagt werden mussten. Das bedauert auch Ellen Schäfer (81) sehr. Normalerweise besucht sie wöchentlich die Englischgruppe. Dadurch sind neue Beziehungen und Freundschaften entstanden, die gerade jetzt in der schwierigen Zeit hilfreich sind.

Die Gruppe unterstützt sich gegenseitig über eine Telefonkette und WhatsApp-Kontakt im Alltag. Mit einer Nachbarin, die sie erst im Kurs kennengelernt hat, geht Ellen Schäfer täglich mit Abstand bei schönem Wetter spazieren. „Das tut mir gut", sagt die Seniorin, „dadurch fühle ich mich nicht so allein und ich lerne meine Umgebung ganz neu kennen."

„Das Beispiel spiegelt unsere Stadtteilarbeit wider. Die Bewohner haben sich bei unseren Veranstaltungen kennengelernt und Vertrauen entwickelt. Während einer Krise sind diese Kontakte dann ein wichtiger Bestandteil im Leben, auf den sie zählen können", freut sich Projektleiterin Hohlfeld-Heinrich.

An ihrem Büro im Erdgeschoss kommen auch zu Corona-Zeiten Stadtteilbewohner gerne für ein kurzes Gespräch am Fenster vorbei. Derzeit pflegt man auch engen telefonischen Kontakt. Viele Ältere freuen sich sehr über den Anruf oder melden sich selbst, um über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen. So ist das Stadtteilprojekt gerade auch in dieser Zeit eine wichtige Anlaufstelle. „Dass die Ansprechpartnerin täglich weiterhin vor Ort ist wird als große Beruhigung erlebt. Und: die Bewohner profitieren jetzt von dem Netzwerk, das wir über Jahre gemeinsam entwickelt haben", so Hohlfeld-Heinrich.

Wie überall benötigen auch im oberen Malstatt vor allem ältere Menschen, die zur Risikogruppe gehören, aktuell Unterstützung im Alltag. Auch hier ist das Stadtteilbüro wichtige Anlaufstelle: Spontan haben sich Freiwillige gemeldet, die derzeit im Home-Office arbeiten und sich in ihrer freien Zeit gerne für Ältere engagieren. Auch beim neuen Initiativkreis „INSIEME*zusammen" engagiert sich das Quartiersprojekt, weil viele Ältere in Malstatt nur über ein geringes Einkommen verfügen. Da die Tafel derzeit geschlossen ist, gibt „INSIEME" zwei Mal pro Woche kostenlos Lebensmittel an Bedürftige aus. Für ältere Menschen wurde ein Bring-Service organisiert. „Die Hilfsbereitschaft ist groß und die Älteren sind sehr dankbar für die Unterstützung", freut sich Hohlfeld-Heinrich.

Kontakt:
AWO-Stadtteilprojekt „Zuhause in Molschd"
Susanne Hohlfeld-Heinrich
Tel. 0681 - 9910 166
E-Mail: shohlfeld-heinrich@lvsaarland.awo.org