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Tag der Wohnungslosen in Saarbrücken

AWO Notschlafstelle beim Tag der Wohnungslosen in Saarbrücken

Tag der Wohnungslosen in Saarbrücken

Der Tag der Wohnungslosen machte am Donnerstag obdachlose Menschen in der Landeshauptsadt sichtbar, indem sich alle sozialen Träger, die mit wohnungslosen Menschen in Saarbrücken arbeiten, am Aktionstag in der Saarbrücker Innenstadt präsentierten. Einige wohnungslose Menschen nahmen selbst am Fest teil und ermöglichten den direkten Kontakt, um auf ihre Nöte und Bedarfe öffentlich hinzuweisen. Auch das Gespräch mit den Sozialarbeiter*innen und Betroffenen wurde aktiv gesucht.

Das Team der AWO-Notschlafstelle an der Malstatter Brücke war mit dem AWO-SOS-Mobil dabei und bot gegen Spende heißen Kaffee an. AWO-Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser verwies darauf, dass „bezahlbares Wohnen“ ein Grundrecht sei, dass man niemandem vorenthalten dürfe: „Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck struktureller Probleme: fehlender bezahlbarer Wohnraum, unzureichende soziale Sicherungssysteme, Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt und mangelnde Prävention. Besonders betroffen sind junge Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte und Alleinerziehende.“ Daher fordere die AWO mehr bezahlbaren Wohnraum, stärkere Präventionsmaßnahmen, um Wohnungsverlust frühzeitig zu verhindern. Schutz vor Gewalt und gesellschaftliche Teilhabe statt Ausgrenzung, sowie ein sozial gerechtes Mietrecht.

Der Aktionstag zeigte zweierlei: Erstens, dass das Problem der Obdachlosigkeit in Saarbrücken nicht unerheblich ist. Laut Diakonie-Bereichsleiter Oliver John leben in der Stadt um die 520 von Obdachlosigkeit betroffene Menschen und circa 20 bis 40 akut Obdachlose. Zweitens würden sich aber ein breites Netzwerk an Einrichtungen um diese Menschen kümmern. Neben der Diakonie mit der „Herberge zur Heimat“ am Ludwigsplatz seien zentrale Anlaufstellen die AWO-Notschlafstelle in Malstatt, das Bruder-Konrad-Haus der Caritas in St. Johann, das Ellisabeth-Zillken-Haus und ELLEFriede vom SKF Saarland, die Landeshauptstadt selbst, der Saarbrücker Jugenddienst des SOS-Kinderdorfs, die Wärmestube und die Drogenhilfe in diesem Sektor aktiv. AWO-Direktor Marc-Oliver Bungert besuchte den Aktionstag und führte wertvolle Gespräche mit alle Akteuren, die sich beim Aktionstag weiter vernetzen konnten.