27 Nov. Saar66 – St. Ingbert
Maßnahmen und Lösungsansetzte in der Seniorenarbeit
Saar66 in St. Ingbert
Die Stadt St. Ingbert plant die Umsetzung gemäß der landesweiten Strategie „Saar66“ eines Modellvorhabens nach §123 Abs. 3 SGB XI. Das Ziel des Vorhabens ist es, die pflegepräventiven Strukturen in der Stadt St. Ingbert zu stärken sowie die eigenständige Lebensführung von älteren und älter werdenden Menschen zu fördern, insbesondere der sog. Babyboomer-Generation. Darüber hinaus ist Ziel, den Zugang zu Unterstützungs- und Pflegeangeboten zu verbessern.
Das Modellvorhaben orientiert sich bei der inhaltlichen Ausgestaltung an den Zielvorgaben und Handlungsfeldern gem. §123 Abs. 1 S. 2 SGB XI und basiert auf der systematischen Bedarfs- und Bestandsanalyse nach der Saar66-Checkliste. Berücksichtigt wurden dabei zum einen die demographische Entwicklung mit einem wachsenden Anteil an älteren Menschen und zum anderen die räumlichen Strukturen der Stadt mit allen Stadtteilen. Hier zeigen sich bei der Versorgung und den Angeboten für ältere Menschen noch Bedarfe in den Bereichen Mobilität, Orientierung, Barrierefreiheit, Information sowie sozialer Teilhabe und Prävention.
1. Entlastungsbesuche und Begegnungsorte schaffen – Vermeidung von Einsamkeit und bedarfsgerechte Vermittlung von Hilfsangeboten – Stärkung und Aufbau von ehrenamtlichen Strukturen
Vermittlung von Ehrenamtlichen in individuellen Hilfesituationen (Einkäufe, Fahrdienste zu Behörden, Veranstaltungen), Kommunikation und Begegnung: u.a. mit einer geplanten regelmäßigen Umsetzung gemeinsame Mittagstische für ältere Menschen in allen 5 Ortsteilen in St. Ingbert, wohnortnah.
Saar66 St. Ingbert koordiniert Ehrenamtliches Engagement und spricht neue Engagierte gezielt an. Dabei werden Vereine und Initiativen aus ganz St. Ingbert angesprochen und aktiv einbezogen.
2. Transparenz der Pflege – und Unterstützungsangebote -auch digital z. Bsp. Pflegenavigator -App, die alle Angebote vereint
St. Ingbert hat eine digitale App – sie beinhaltet alle wichtigen Informationen speziell mit allen alltäglichen Infos für Senioren. 2025 hat die Stadt einen Preis für digitale Teilhabe der Senior*innen (Best Practice für die Ingo App) auf der Seniorenmesse vom Bund erhalten – darüber hinaus gibt es einen individueller E-Mail Verteiler (174 TN) der monatlich und bei Bedarf über allen Veranstaltungen und wichtige Angebote informiert. Auch auf dem persönlichen Postweg, über die lokale Presse und an Veranstaltungen selbst erhalten die Senior*innen die Programme. Oft findet auch eine „Mund zu Mund Propaganda statt.
Die Situation vom Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen soll mit gezielten Angeboten erleichtert und verbessert werden. Saar66 in St. Ingbert wird als niederschwellige Anlauf- und Informationsstelle dienen. Dabei wird Orientierung, Transparenz und die gezielte Weitervermittlung an bestehende Fach-, Beratungs- und Unterstützungsangebote als Schwerpunkt angegangen. Individuelle Fachberatungen erfolgen dabei ausdrücklich nicht. Ziele sind die Vorbeugung von Überforderungen, der Abbau von Hemmschwellen und die Erleichterung zu den Zugängen vorhandener Hilfen.
3. Höchste Pflegeprävalenz im Bundesdurchschnitt im Saarland
In St. Ingbert wird die Gestaltung für Bürger*innen ihrer Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand eine bedeutende Rolle einnehmen. Hier leisten präventive Maßnahmen einen wichtigen Beitrag der Stabilisierung von Gesundheit, Selbstwirksamkeit und Resilienz. Viele Präventionsmaßnahmen können von diesen Bürger*innen genutzt und selbst mitgestaltet werden, u.a. gegen Einsamkeit (Veranstaltungen, bürgerschaftliches Engagement, Nachbarschaftshilfe), Vermittlung von ambulanten, teilstationären Hilfen – regelmäßige Angebote: Line Dance, Bewegungsgruppe, Gesangsgruppe, intergenerative Spielenachmittage, Kulturangebote, Workshops „Gesundes Leben im Alter“, Bildungsreisen, Ausstellungen im Seniorenzentrum, regelmäßige Gottesdienste oder Feiern. Im Rahmen des Modellvorhabens Saar66 in St. Ingbert werden diese Angebote gezielt gebündelt, weiterentwickelt und sichtbar gemacht.
Gesundheitliche Ressourcen sollen gezielt gestärkt, soziale Isolation vermieden und positive Effekte bei der Stabilisierung von Gesundheit erreicht werden. Die langfristige Pflegeprävalenz soll damit positiv beeinflusst werden.
4.Deckung des Fachkräftebedarfs und Aufbau ehrenamtlicher Strukturen
Bürgerschaftliches Engagement ist insbesondere über die Aktivierung persönliche Kontaktebenen entstanden. Menschen zwischen 60-80 Jahren engagieren sich im Projekt und übergreifend auch im Seniorenheim gemäß ihrer eigenen Fähigkeiten und ihrem Zeitfenster in unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Senior*innen können sich beispielsweise wöchentlich als Lernpaten an St. Ingberter Schulen engagieren.
Eine fusionierende Zusammenarbeit mit allen lokalen Trägern, der Kommune, dem Seniorenbeirat, dem Netzwerk Demenz des Saarpfalzkreises, dem Pflegestützpunkt, dem Seniorennetzwerk „Schwungvoll durchs Leben“ bietet vielfältige präventive Maßnahmen und Motivation zur Teilhabe.
5.Entwicklung innovativer Konzepte zur Stärkung der gesellschaftlichen Solidarität
Ziel des Projektes ist es: Senior*innen sollen so lange wie möglich gut versorgt und autonom in ihrem zu Hause leben- mit allen Veranstaltungen und der Vermittlung individueller Unterstützungs- und Hilfsangeboten schaffen wir präventive Möglichkeiten- insbesondere die persönliche Kontaktebene bietet die Vertrauensebene – die Senior*innen tauschen Erfahrungswerte untereinander aus und finden immer Fachpersonal und Ansprechpartner für ihre Anliegen und Bedarfe während den persönlichen Begegnungen.
Kontakt zu Saar66 – St. Ingbert:
Elke Müller
Seniorenzentrum Bruder-Konrad-Haus
Karl-August-Woll-Str.40
66386 St. Ingbert
Unsere Kooperations- und Netzwerkpartner*innen:
- Dienste der Stadt St.Ingbert,
- der Seniorenbeirat,
- der AWO-Kreisverband und Ortsverein,
- Seniorenheime der AWO in St. Ingbert,
- lokale soziale Träger,
- das Projekt Mobi-Saar,
- das Reparaturcafé ,
- die lokale Allianz für Demenzkranke,
- der Soziale Dienst des Krankenhauses,
- das Seniorenbüro Saar-Pfalz-Kreis,
- Pfarreien, Kindergärten und Schulen,
- VHS und KEB-Saarpfalz,
- der Caritaskreis,
- der Frauenbund,
- die Musikschule,
- Kinowerkstatt,
- Tanzschulen
Gefördert durch:

