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AWO Landeskonferenz bestätigt Marcel Dubois im Amt

AWO Landeskonferenz bestätigt Marcel Dubois im Amt

AWO Landeskonferenz bestätigt Marcel Dubois im Amt

Die Delegierten der AWO Landeskonferenz im Saarland bestätigten den bisherigen Landesvorsitzenden Marcel Dubois mit 96,7 Prozent in seinem Amt und bestellen ihn für vier weitere Jahre zum Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt im Saarland. Zu seinen Stellvertretern wurden Elke Eder-Hippler, Heike Kayser, Hans Martin und Horst Schmeer gewählt.

In der pandemiebedingt in Textform organisierten Landeskonferenz, die unter notarieller Aufsicht ausgezählt wurde und von Klaus Dittrich moderiert wurde, bilanzierte Dubois die vergangenen vier Jahre und blickte gerne auf den positiven Schub aus dem 100-jährigen Jubiläum der Arbeiterwohlfahrt zurück: „Das Jubiläumsjahr 2019 war ein ganz herausragendes Jahr für uns. Als Verband haben wir einen positiven Schub erlebt, sowohl ehren- als auch hauptamtlich. Mit vielen Veranstaltungen vom Musical bis zum Familienfest haben wir gezeigt, dass wir ein aktiver und vitaler Verband im Saarland sind.“  Mit „StrickAlarm“ gegen soziale Kälte und den vielen Teilnahmen der AWO gegen Fremdenfeindlichkeit habe der Verband eindrucksvoll bewiesen, wie wichtig es sei, aktiv Demokratie mitzugestalten und Position zu beziehen. Darauf können die Mitglieder in der AWO sehr stolz sein, betonte Dubois. Auch im Hauptamt sei die AWO gut aufgestellt, so die Bilanz der vergangenen Jahre. Innovative Strukturen zu erarbeiten, den Verband wirtschaftlich zu führen und gleichzeitig fachlich-kompetente Angebote zu entwickeln sei sehr gut möglich, so der 50-jährige AWO-Vorsitzende. Mit Blick auf die Corona-Pandemie fordert Dubois die Politik dazu auf, die soziale Lage im Land nicht aus dem Blick zu verlieren: „Die Corona Pandemie wird die soziale Lage in unserem Land verschärfen. Sie trifft arme Menschen härter. Arbeitslosigkeit und eine zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit sind bereits jetzt erkennbar. Aber auch viele ältere Menschen leiden, sie leben alleine und drohen zu vereinsamen. Alle Wohlfahrtsverbände vermelden ein Armuts-Rekordhoch. Das muss uns beunruhigen. Wir fordern daher die saarländische Politik auf: Überwinden wir die ungerechten und teilweise unsozialen Zustände und gestalten wir gemeinsam ein soziales und zukunftsfähiges Saarland.“

Grußworte und Anerkennung für die AWO im Saarland

Grußworte an die Zuschauer*innen und Delegierten richteten Anke Rehlinger, SPD-Landesvorsitzende im Saarland und Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Wilhelm Schmidt, Vorsitzender des Präsidiums des AWO Bundesverbandes, Klaus Stalter, Vorsitzender der AWO Pfalz, Rudi Frick, Vorsitzender der AWO Rheinland sowie Kathrin Sonnenholzner und Michael Groß, die als Doppelspitze für den Vorsitz des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt im Bundesverband kandidieren.

„Wir müssen dafür sorgen, dass aus dem Danke Respekt und Anerkennung wird“, hob Anke Rehlinger als Lehre aus der Corona-Krise hervor. Sie forderte die Wohlfahrtsverbände dazu auf, als Stimme vieler Menschen, die Unterstützung brauchen und auch als Stimme vieler Beschäftigter aus der Sozialen Arbeit den kritischen Dialog mit der Politik aufrechtzuerhalten. Sozialministerin Monika Bachmann bedankte sich für das große Engagement der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der AWO für ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit und lobte den Einsatz der Arbeiterwohlfahrt für die Gleichstellung aller Geschlechter, die Stärkung von Familien und Kindern sowie den Kampf gegen Rassismus.

Verabschiedung von Landesgeschäftsführerin Ines Reimann-Matheis

Der Tag der Auszählung war zeitgleich der letzte Arbeitstag der bisherigen AWO-Landesgeschäftsführerin Ines Reimann-Matheis, die vom Landesvorsitzenden verabschiedet wurde: „Mit ihrer Ruhe, Klarheit und Kompetenz hat sie fachliche Orientierung gegeben und die professionelle Verlässlichkeit in der Sozialen Arbeit unseres Verbandes gefestigt. Es war eine meiner ersten Entscheidungen und eine Entscheidung, auf die ich heute noch stolz bin.“, bilanzierte der Landesvorsitzende das Werk der AWO-Landesgeschäftsführerin. Mit einem Ausblick auf die kommenden Herausforderungen machte ihr Nachfolger, Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser, seine Ziele dar.

Live-Auszählung unter notarieller Aufsicht

Unter notarieller Aufsicht von Ralf Linsler zählte die Mandatsprüfungs- und Wahlkommission die in Textform eingereichten Stimmzettel der 197 Delegierten zu den Personal- und Antragsvorschlägen aus, die zuvor allen Delegierten postalisch zugestellt wurden. Die Auszählung konnte live über den YouTube-Kanal und die Seite www.awo-saarland.de verfolgt werden. Tanja Naumann und Torsten Müller, Pflegefachkräft aus dem AWO-Seniorenzentrum Sulzbach, testeten zuvor alle Helfer*innen und Konferenzteilnehmer*innen per Schnelltest auf SARS-CoV-2.

Im Amt bestätigt wurde Schriftführer Josef Wölfl. Die gewählten Beisitzer*innen im AWO Landesvorstand sind Petra Ferdinand-Storb, Knut Franzisky, Jürgen Heermann, Andreas Herold, Nicole Kelleter, Carmen Krampe, Dr. Roland Märker, Robert Theobald und Claudia Wagner. Die gewählten Revisor*innen sind Marlis Bier, German Eckert, Stefan Krutten, Klaus Lösch, Manfred Stein, Erika Thiel und Horst Wagner. Für die Schiedskommission wurden der Neunkircher Oberbürgermeister Jörg Aumann, Steffen Dick, Präsident des Landessozialgerichts des Saarlandes und stellvertretender Richter am Verfassungsgerichtshof des Saarlandes und Rechtsanwalt Gerhard Strub ins Amt gewählt. Darüber hinaus wählten die Delegierten die Delegierten und Ersatzdelegierten zur AWO Bundeskonferenz.

Richtungsweisende Anträge für die Zukunft

Die Delegierten verabschiedeten eine Reihe von Anträgen mehrheitlich per schriftliche Stimmabgabe. Zur Stärkung des Mitgliederverbandes werde die AWO in den kommenden Jahren eine Freiwilligen-App zur Gewinnung und Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten in der AWO entwickeln sowie eine Mitgliederzeitung veröffentlichen, die je Quartal erscheint. Darüber hinaus werde eine Projektgruppe die Entwicklung von ehrenamtlichen Angeboten und Beteiligungsformen für junge Menschen und Familien erarbeiten. In 2022 und 2023 stehen Fachtagungen zur Perspektive ehrenamtlichen Engagements und zu Leuchtturmprojekten in den AWO Ortsvereinen statt. Die Landeskonferenz 2024/2025 werde sich thematisch mit dem Schwerpunkt „Ehrenamtliches Engagement in der AWO“ beschäftigen.
 Zum Leitantrag Staerkung Mitglieder

Um das Personal langfristig an die AWO zu binden, werde der bereits eingeleitete Kulturwandel und die Kultur des Vertrauens fortsetzen, die Feedbackkultur verstetigen, die Transparenz der Ziele fokussieren und Potentiale stärker fördern und entwickeln. Auch das Führungsverständnis werde auf Grundlage des neuen AWO Grundsatzprogramms vom Dezember 2019 weiterentwickelt sowie das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Gestaltung von alternsgerechten Arbeitsplätzen forciert. Für die Beschäftigten werde der Tarifvertrag mit Blick auf größtmögliche Dienstplansicherheit weiterentwickelt, neue Modelle wie Jahresarbeitszeitkonten und Lebensarbeitszeitkonten sollen eingeführt werden. Für die Tarifpolitik der Zukunft beschlossen die Delegierten, dass das Gehaltsniveau des Öffentlichen Dienstes erreicht werden soll.
Die Mitarbeiter*innenbetreuung werde durch den Fokus der Personalabteilung auf die Personalbetreuung, -gewinnung und –entwicklung, die digitale Personalakte und die strategische Zusammenarbeit mit dem saarländischen Dienstleister prego services gestärkt. Mitarbeiter*innen, die Fach- und Führungskarrieren in der AWO Saarland anstreben, werden durch den Ausbau der AWO Akademie zu einer Fach- und Führungsakademie, den Ausbau der Führungskräfteschulungen zu einem modularem Personalentwicklungsprogramm, der Prüfung von Masterstudiengängen, der Einrichtung einer AWO-eigenen Erzieher*innenschule an der Akademie und dem Ausbau digitales Lernmanagement zu einem integrierten Wissensmanagement in ihren Bestrebungen bestärkt. Für die zukünftige Gewinnung von Personal werde der Aufstieg durch Qualifizierung fokussiert. Für die Wettbewerbsfähigkeit im Freiwilligendienst sorge man zukünftig für mehr Attraktivität der Einsatzstellen. Eine aktive interkulturelle Öffnung, die den Menschen und nicht nur die Arbeitskraft in den Blick nehme, sei ein wichtiger Baustein der Gewinnung von neuen Mitarbeiter*innen.
  Zum Leitantrag Personalbindung

Dem Kampf für eine gerechte Welt mit guten Lebensbedingungen trägt der Antrag zu mehr ökologischer Verantwortung Rechnung, der mehrheitlich verabschiedet wurde. Die AWO Saarland verpflichtet sich damit, die Kriterien der AWO Leitlinien zur Nachhaltigkeit zu erfüllen und das Qualitätsmanagement um ein Umweltmanagement zu erweitern. Langfristiges Ziel sei es, klimaneutral zu werden. Dazu erfordere es im ersten Schritt eine Bestandsanalyse und im zweiten Schritt Konzepte zu Ressourcenverbrauch, Mobilität, Drittwirkungen und politische Veränderungen im Öffentlichen Nahverkehr sowie Schulungen und Informationen an das Ehrenamt.
 Zum Leitantrag Ökologische Verantwortung

Mit insgesamt 5.000 Unterschriften als Ziel will sich die AWO Saarland per Petition an den Landtag wenden, um die Folgen der Pandemie für den sozialen Zusammenhalt zu diskutieren und eine nachhaltige und krisenfeste Ausgestaltung der Daseinsvorsorge zu erreichen, die sich konsequent am Gemeinwohl ausrichtet. „MITWIRKEN jetzt!“ heißt die Kampagne, die nach der Pandemie landesweit die Menschen erreichen soll.
 Zum Leitantrag Mitwirken

„Unser Herz ist die Kraft zur Überwindung von Kinderarmut“, heißt der beschlossene Antrag, der konkrete Schritte zur Überwindung der hohen Kinderarmutsquoten im Saarland einleitet. Damit fordert die AWO Saarland die Teilhabe für alle Kinder – sozial, kulturell und digital und kündigt im Rahmen des Aktionsplans zur Armutsbekämpfung eine aktive Beteiligung am Aufbau von kommunalen Präventionsketten an. Die AWO werde ein Büro KINDgeRECHT im Regionalverband Saarbrücken einrichten und sich um die Trägerschaft der Bildungswerkstatt in Malstatt bewerben, um konkrete Projekte in besonders von Armut betroffenen Stadtteilen von Saarbrücken auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus entwickelt der Verband eine weitere Kampagne unter Beteiligung von Haupt- und Ehrenamt, um den politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen.
 Zum Leitantrag Kinderarmut

Die gute Zusammenarbeit mit dem AWO Landesjugendwerk Saar werde auch in der Zukunft verfestigt, so die Beschlusslage. Das Jugendwerk soll weiterhin unterstützt werden in den Bereichen Doppelmitgliedschaft AWO-Jugendwerk und Übergang Jugendwerk zur AWO, in der Nutzung räumlicher Ressourcen, in der Öffentlichkeitsarbeit, in der finanziellen Bezuschussung, in der inhaltlichen Ausgestaltung und im Prozess der Einstellung neuer Mitarbeiter*innen.
 Zum Leitantrag Jugendwerk

Um zu verhindern, dass Pflege zu weiterer Altersarmut führt und Menschen aufgrund der Pflege ihr Lebenswerk verlieren, fordert die AWO Eine Finanzreform der Pflegversicherung/Bürgerversicherung für die Pflege zur Begrenzung der Eigenanteile. Pflegekosten für Bewohner*innen von Pflegeheimen müssen neu aufgeteilt werden. Dazu bedarf es eines Maßnahmenkatalogs, den die Delegierten mehrheitlich beschlossen haben und den die AWO an die Politik weiterleitet.
 Leitantrag Finanzreform

Trotz Abstand: Dankeschön und Verabschiedungen aus dem Landevorstand

Aus der Landesspitze verabschiedet wurden die langjährigen Vorstandsmitglieder Marlene Weinmann, Wolfgang Gelff, Hannelore Schünemann und Waltraud Trauthwein. Marlene Weinmann erhielt für ihr langjähriges Engagement das Johanna Kirchner Ehrenzeichen, Waltraud Trauthwein wurde mit einer Urkunde für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit geehrt und wird von der AWO Saarland für die Marie-Juchacz-Medaille des Bundesverbandes vorgeschlagen.

Der Livestream zur Auszählung der Landeskonferenz vom 28. Februar 2021

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