Vorlesen

#LichtAus: AWO demonstriert vor Bundestag gegen sozialen Kahlschlag

AWO demonstriert gegen Haushaltsentwurf der Ampel-Bundesregierung vor dem Bundestag in Berlin

#LichtAus: AWO demonstriert vor Bundestag gegen sozialen Kahlschlag

Die Arbeiterwohlfahrt im Saarland (AWO) unterstützt die bundesweite AWO-Kampagne „Die Letzte macht das Licht aus“ tatkräftig mit der Teilnahme an der Demo gegen den Sparhaushalt der Bundesregierung am 8. November in Berlin gemeinsam mit vielen AWO-Kreis- und Landesverbänden.

AWO-Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser und der Bevollmächtigte des Vorstandes, Andreas Jodko, rufen dazu auf, die Bundestagsabgeordneten anzusprechen und die Stimme gegen den Kahlschlag im sozialen Bereich zu erheben: „Der Haushaltsentwurf 2024 der Ampel-Regierung sieht Kürzungen von 25 Prozent in den Angeboten und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege vor. Vor drei Jahren applaudierten die Menschen in Deutschland noch von ihren Balkonen aus für die Mitarbeiter*innen in den Sozialen Berufen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Die Mitarbeiter*innen in der Pflege stellten sich den Widrigkeiten der Pandemie mit Herz und Professionalität entgegen. Unsere Kita-Fachkräfte engagieren sich mit ganzem Herzen dafür, Entwicklungsdefizite von Kindern aus der Zeit des Lockdowns aufzuarbeiten. Nun ernten wir für all die Mühe Kürzungen im Sozialbereich. Wir wehren uns laut und entschieden gegen diesen Kahlschlag!“

Viele Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt im Saarland werden von den Kürzungen betroffen sein. Alleine im Bereich der Freiwilligendienste (Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst) sind Kürzungen von 30 Prozent vorgesehen. Fällt jede dritte Freiwilligendienststelle weg, kürzt die Bundesregierung damit auch jungen Menschen eine Perspektive in der Sozialen Arbeit weg. Viele im Freiwilligendienst nutzen das FSJ oder den BFD als Orientierung in den Sozialen Berufen. Diese zukünftigen Fachkräfte der Sozialen Arbeit werden uns nun weggekürzt. Dies hat unmittelbare Folgen für die Gesellschaft und setzt das völlig falsche Signal in einer Zeit, in der man erneut über die Notwendigkeit von Pflichtdiensten debattiert.

Auch in der Beratung von zugewanderten Menschen entfällt zukünftig jeder dritte Beratungstermin, wenn der Sparhaushalt Realität wird. Und das bei zunehmender Anzahl von Menschen, die in unserer Mitte eine Zuflucht vor Verfolgung und Krieg suchen. Die Beratungsausgaben einzusparen, ist auch deswegen ohne Nachhaltigkeit, weil der Bedarf sich dann nur auf andere Kostenträger verlagert, vor allem den Kommunen drohen Sonderausgaben.

„Die Bundespolitik ist kurz davor, den sozialen Diensten das Licht auszuknipsen. Sie verlieren den Blick für die soziale Realität vor Ort. Die AWO fordert, die Haushaltslöcher durch höhere Steuersätze für Vermögende zu stopfen und nicht bei denjenigen den Rotstift anzusetzen, die ohnehin wenig haben.“, fordert AWO-Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser.

 

UNTERSTÜTZEN SIE DEN OFFENEN BRIEF AN DIE BUNDESTAGSABGEORDNETEN, UM DIE HAUSHALTSKÜRZUNGEN ZU STOPPEN (Link zu change.org – Petition)