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Freitag, 15. Mai 2020

AWO zum "Tag der Familie": Familien müssen auch nach der Krise gestärkt werden

AWO Zum Tag der Familie: Familien müssen auch nach der Krise gestärkt werden

Pandemie schafft große Belastungen für Familien.

Zum Internationalen Tag der Familie betonte die Arbeiterwohlfahrt, dass viele dieser Belastungen nicht neu seien, sondern die Krise nur ein Brennglas auf bestehende Probleme halte. Der Bundesverband fordert daher bessere Unterstützung für Familien.

„In dieser Krisenzeit zeigt sich besonders deutlich, dass wir Familien wieder in die Lage versetzen müssen, dass sie Raum für Entwicklung und Geborgenheit geben können“, so Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes.
„Viele Familien hatten schon vor der Krise zu kämpfen, weil sie von Armut bedroht waren, Beruf und Familie vereinen mussten oder die Pflege von Angehörigen organisierten. Die jetzige Belastungssituation zeigt nur, wie sträflich wir als Gesellschaft die Familien mit diesen Herausforderungen allein gelassen haben. Das muss sich ändern! Damit Familien Schutz und Fürsorge für alle Familienangehörigen bieten und Teilhabe organisieren können, brauchen sie deutlich bessere Rahmenbedingungen und eine stärkere Beachtung, als das derzeit der Fall ist.
Durch die Schließung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege steht nur wenigen Familien eine Kinderbetreuung zur Verfügung. Viele Eltern müssen im Moment nicht nur die Lernwege ihrer Kinder begleiten, sondern ihnen schulrelevanten Lernstoff selbst vermitteln – oft genug neben der Erwerbsarbeit im Homeoffice und weiteren Pflichten. Homeschooling und Homeoffice als neue Realität in den Familien sind das Einfallstor für neue Bildungsungerechtigkeit. Insbesondere in armutsbetroffenen Haushalten und für Alleinerziehende droht die Corona-Krise zu einer fundamentalen Chancen-Krise zu werden!“

Die AWO fordert daher ein verständliches und am Lebensverlauf der Menschen orientiertes Gesamtkonzept, das es Familien ermöglicht, ohne Angst ein selbstbestimmtes Leben leben zu können und dabei gleichzeitig Fürsorge zu erbringen und zu empfangen. Wissenschaftler*innen haben hierfür schon Vorschläge, beispielsweisel das "Optionszeitenmodell für atmende Lebensläufe", erarbeitet. Diese müssen aus Sicht der AWO endlich gesamtgesellschaftlich debattiert und umgesetzt werden, damit Familien ihre Funktionen wieder erfüllen können. Dies diene auch der Stabilität unserer Gesellschaft